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Urlaub und Selbstständigkeit – geht das überhaupt?

Urlaub und Selbstständigkeit

Wie oft höre ich den Spruch “Du bist selbstständig – also selbst und ständig”. Aber muss es wirklich so sein, dass wir bei einer selbstständigen Tätigkeit wirklich rund um die Uhr arbeiten müssen und ein Urlaub schwer umzusetzen ist?

Ich möchte euch hier aus meiner Erfahrung berichten, denn im Laufe der Jahre hat sich hier auch einiges bei mir verändert.

Ich bin ja bereits 17 Jahre unternehmerisch tätig. In den ersten Jahre fiel es mir tatsächlich schwer, mein Handy wegzulegen oder mal nicht in meine Mails zu schauen. Ich hatte Kunden, die mich am Sonntagabend um 22 Uhr angerufen haben, weil ihnen gerade etwas einfiel und ich habe auch immer sofort reagiert. Urlaub hatte ich im Höchstfall 1 Woche im Jahr und vielleicht noch mal ein verlängertes Wochenende. 

Ich kann euch sagen, dass das weder gut für mich, noch für meine Familie war. Ich musste etwas ändern. An der Stelle wähle ich mit Bedacht das Wort “MUSSTE”. Denn, wenn ich meiner Familie und meinem Körper gerecht werden will, muss ich mir Auszeiten gönnen.

Warum ist es eigentlich für Selbstständige so schwer Urlaub zu machen?

Entgegen eines Angestelltenverhältnisses bekommst du in der Selbständigkeit keine Bezahlung, wenn du in den Urlaub gehst. Du musst also dafür sorgen, dass trotzdem alle Kosten gedeckt sind. Hierbei meine ich die Kosten für den Urlaub selbst (Flug, Unterkunft, Ausflüge, etc.), als auch die laufenden Kosten, wie Miete, Strom, Software, etc.

Auch Urlaub muss geplant werden.

Ich fing also an mir einen Plan zu machen: Auf diesem stand, wann und wie lange ich Urlaub haben möchte und welches Geld ich sowohl für die Finanzierung des Urlaubs, als auch für die laufenden Kosten brauche. Darauf arbeitete ich dann hin.

“Es ist erstaunlich, was wir schaffen, wenn wir einen konkreten Plan/ein Ziel haben.”

Ich konnte mir den Urlaub leisten, sobald ich anfing, diesen mit einzuplanen.

Eine Frage bleibt aber noch offen: Was mache ich in der Zeit meines Urlaubs mit meinen Kunden und den Kundenanfragen?

Hierfür habe ich verschiedene Lösungen, die ich auch selbst alle schon ausprobiert habe. Grundsätzlich gilt folgendes:

  • Geh offen mit deinen Kunden um und teile ihnen mit, dass du im Urlaub bist. Die meisten haben Verständnis und warten dann auch 14 Tage oder länger.
  • Arbeite so viel wie möglich vor deinem Urlaub ab, so dass wenig liegen bleibt und wenige der Kunden warten müssen.
  • Mindsettipp: Es gibt in den wenigsten Selbstständigkeiten Notfälle, die wirklich sofort gemacht werden müssen. Ich selbst habe noch nie von einem “fotografischen Notfall” oder einem “Coachingnotfall” gehört. Wenn du dir das bewusst machst, wird es leichter loszulassen.
sprich mit deinen Kunden

Nun möchte ich dir aber noch 3 konkrete Möglichkeiten vorstellen, Urlaub in der Selbstständigkeit zu verbringen:

Möglichkeit 1 – Workation

Wenn es dir nicht so wichtig ist, gar nicht zu arbeiten, kannst du Workation machen. Das heißt, dass du einen Teil deiner Arbeit unterwegs erledigst. Ich mache das manchmal, dass ich meinen Urlaub so plane, dass ich zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort bin, dort coache oder fotografiere und dann weiter Urlaub mache.

Je nachdem, welcher Tätigkeit du nachgehst ist das super kombinierbar. Z.B. einen Text kannst du auch am Pool für deine Kunden schreiben, oder dein eigenes social media management kannst du am Abend am Laptop planen. 

Trotz dem du arbeitest, hast du genug Freizeit, bist an einem anderen Ort und nimmst dir so deine Auszeit.

Möglichkeit 2 – Miniurlaube

Vielleicht traust du dir einen langen Urlaub noch nicht zu oder brauchst ihn auch nicht. Dann mach doch einfach ein paar Tage frei. Manchmal helfen schon 4 Tage, an denen du etwas anderes siehst, neue Menschen trifft, über andere Dinge sprichst und nachdenkst, um wieder zu Energie und Kreativität zu finden.

Um solche Miniurlaube zu machen, brauchst du gar nicht viel vorbereiten. Autoresponder bei der Mail einstellen und los geht´s.

Möglichkeit 3 – Urlaub ist Urlaub

Wenn du wirklich eine richtige Auszeit nehmen möchtest, wo du nicht oder nicht oft auf dein Handy schauen willst und wirklich komplett frei haben möchtest, dann ist dies auch möglich – auch ohne deine Kunden zu vernachlässigen. Hol dir Hilfe!

  • Du kannst eine (virtuelle) Assistentin beschäftigen, die in der Zeit, wo du nicht erreichbar bist. Diese kann deinen Kunden antworten, Termine vereinbaren und deine Marketing weiter planen und umsetzen. Hier ist etwas mehr Vorbereitung gefragt, denn du solltest die Assistentin deine Arbeitsprozesse näher bringen und etwas schulen. Es braucht also ein paar vorab Absprachen.
  • Nicht ganz so charmant, aber trotzdem nützlich ist es, wenn du einen Autoresponder in deiner Mail einstellst, der deine Kunden darauf hinweist, dass du im Urlaub bist und dich gleich nach dem Urlaub mit ihnen in Verbindung setzt. 

Das würde ich aber nur machen, wenn ich bis zu 2 Wochen im Urlaub bin. Wenn ich länger unterwegs bin, springt meine Assistentin für mich ein.

Du siehst, es ist auf verschiedenste Weisen möglich auch in einer Selbstständigkeit Urlaub zu machen. 

Welche der Möglichkeiten setzt du schon um?

Liebe Grüße

Steffo

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Comments · 1

  1. Ich arbeite vorher so viel wie möglich ab und gehe dann auch einfach danach vor: Es gibt keine Notfälle. Alles, was per Mail kommt, kann warten. Alles, was UNBEDINGT JETZT sein muss, kann per Anruf geklärt werden — und der Fall kam schlicht noch nicht vor!

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